Nervenblockade
Das Bakteriengift Botulinumtoxin (Botox, Dysport, Xeomen) wird seit
etwa 10 Jahren zur gezielten Ausschaltung einzelner mimischer
Gesichtsmuskeln angewandt. Da Nebenwirkungen und Gefahren sehr selten
sind, kam es in den letzten Jahren zu einer stürmischen Entwicklung. Botulinumtoxin kann für sich in Anspruch nehmen, die Modedroge der Faltenbehandlung zu sein.
Das Medikament ist gut erforscht und wurde bereits vor der Anwendung
auf ästhetischem Gebiet bei spastischen Erkrankungen erprobt.
Dennoch möchte ich vor einer unkritischen Anwendung durch ungeschulte Personen, insbesondere "Nicht-Ärzte", warnen.
Für welche Falten kommt Botulinumtoxin in Frage?
Sehr gut geeignet:
- Denkerfalte (quere Stirnfalten)
- Zornesfalte (Längsfalte über der Nase)
- Krähenfüße (ausgeprägte Lachfalte)
- "Knurrfalten" (seitliche Nasenpartie)
Geeignet:
- Plisseefältchen der Oberlippe
- "Trauriger Mundwinkel"
- Halsfalten
Besonderheiten
Bei sehr tiefen Falten kann eine Kombination mit einer Faltenunterspritzungerforderlich sein.
Einige behandelte Patienten berichteten zusätzlich über eine Linderung von Kopfschmerzen.
Wirkung von Botulinumtoxin
Durch die vorsichtige Injektion in die überaktive mimische Muskelregion mit einer sehr dünnen Kanüle wird vorübergehend der Impuls von der Nervenfaser auf den Muskel unterbrochen.
Die Folge ist eine völlige Muskelentspannung mit Rückbildung (Atrophie).
Da der Muskel für die mimischen Falten verantwortlich ist, verblasst mit seiner Aktivität auch die Falte. Die Nervenverbindung wird nach dem Therapieintervall wieder hergestellt.
Wirkungsdauer
Die muskelerschlaffende Wirkung tritt nach 2 bis 3 Tagen ein. Erst danach beginnt die Falte langsam zu verblassen. Der Gesichtsausdruck entspannt sich. Bei richtiger Dosierung wird eine geringe Restaktivität des Muskels verbleiben. Sie ist erwünscht, um ein maskenhaftes Aussehen zu vermeiden. Ein erfahrener Arzt wird Sie darüber aufklären.
Zu Beginn der Behandlung hält die Wirkung 4 bis 9 Monate an. Nach längeren Behandlungen sind Wirkungsverlängerungen bis zu einem Jahr möglich.
Anwendungsdauer von Botulinumtoxin
Bisher
sind keine Beschränkungen der Anwendungsdauer bekannt. In seltenen
Fällen kann es zur Antikörperbildung mit Abschwächung der Wirkung oder
Wirkungsverlust kommen.
Nebenwirkungen
Botulinumtoxin ist ein gut erforschtes Medikament und im allgemeinen sehr gut verträglich.
Mögliche Nebenwirkungen sind: Leichte Schwellung, Rötung, Schmerz beim Einstechen, trockenes Auge, in seltenen Fällen eine vorübergehende Schwäche des Oberlidhebers (Ptosis) bei der Behandlung der Zornesfalte.
Gegenanzeigen
Schwangerschaft, Stillperiode, angeborene Muskelschwäche (Myasthenie), bekannte Allergie gegen das Medikament (selten)